Bild des Monat - mit persönlichen Ausführungen des Künstlers

 

Grosse Lotuskomposition, Tusche/Japanpapier, ca.80x60cm

Diese Arbeit stellt besondere Herausforderungen an die Maltechnik. Das verwendete langfasrige Papier ist sehr dünn und

saugfähig. Daher muss eine weitere saugende Unterlage unter dem Papier liegen, um die überschüssige Feuchtigkeit aufzu-nehmen.

Die nasse Farbe verhält sich beim Auftragen wie auf Fließpapier.

Die gemalten Flächen und Linien können unbeabsichtigt wandern und ausbluten. Daher muss jeder Auftrag von Farbe genau kalkuliert werden, um die Details in Form, Farbigkeit und Größe zu erreichen. Korrekturen sind nur durch Hinzufügen und sehr begrenzt möglich. Die Malweise sollte sehr mutig und zügig sein. Eine genaue zeitiche Reihenfolge der verschiedenen Farbaufträge ist unabdingbar. Jede Pinselbewegung muß sitzen. Flexibilität, Ge-

duld und Kompromißbereitschaft werden während der Arbeit ständig abverlangt. Für das Aufbringen scharfer Linien und Konturen muß das Papier wieder fast trocken sein. Das Herum-doktern an Einzelheiten sollte tunlichst vermieden werden.

Um dieses Format zu bewältigen, habe ich sehr dicke Ziegen-haarpinsel und lange dünne Wolfshaarpinsel verwendet. Damit werden auch spannende Strukturen in den Formen möglich.

Die Komposition wird von gegensätzlichen Bewegungen und Richtungen aufgebaut, die sich in Stängeln, Achsen, Strukturen und Farbverläufen wiederfinden lassen.

Der atmosphärisch-duftige Charakter der Szene rührt von sehr zarten Tonwerten im Hintergrund und der scheinbaren Transparenz der farbigen Blattpartien.